Wie du das Prinzip von Hatha ins Yoga und dein Leben integrieren kannst

Hatha Yoga bezeichnet recht allgemein den körperlich orientierten Yoga mit Asanas, Pranayama, Entspannung und Meditation. Doch was genau bedeutet eigentlich Hatha? Darauf und wie du das Prinzip des Hathas für dich integrieren kannst, gehe ich in diesem Beitrag näher ein.

Ha & Tha - Sonne & Mond

Der Begriff Hatha setzt sich aus den beiden Sanskrit-Silben Ha und Tha zusammen. Diese beiden stehen für Sonne (Ha) und Mond (Tha). Im weiteren Sinne bedeutet Ha, also Sonne, auch Wachheit, Aktivität, Anstrengung, alles nach außen Gerichtete, das Extrovertierte. Im Yoga sind zum Beispiel der Sonnengruß oder Rückbeugen eher aktivierend.
Tha, der Mond, spiegelt Ruhe, Entspannung, Entschleunigung, Regeneration, das nach innen Gerichtete, Introvertierte wieder. Diese Qualitäten finden wir in der Yogapraxis bei Vorbeugen oder Savasana, der Endentspannung.

Hatha spiegelt dementsprechend zwei Extreme wieder. Diese beiden Pole finden wir auch in unserem vegetativen Nervensystem, welches die inneren Vorgänge in unserem Körper steuert. Der Sympathikus spiegelt dabei die Aktivität, den Ha-Aspekt, wieder, er bildet den Erregungs- bzw. Anspannungsnerv. Im Gegensatz dazu kontrolliert der Parasympathikus unsere Entspannung und Regeneration. Beide Anteile sind dabei wichtig und müssen genügend Raum im Leben bekommen. Doch wir neigen in unserer schnelllebigen Welt dazu überwiegend im Tun, in der Aktivität zu sein. Die Entspannung kommen oft zu kurz. Über kurze Zeit mag das gut gehen, doch die zunehmenden modernen Stresserkrankungen bis zum Burnout führen uns deutlich vor Augen, dass es eben auf lange Sicht doch nicht ohne Regeneration geht.

Hatha - Die Vereinigung zweier Extreme

Im Hatha Yoga werden also Ha und Tha miteinander vereint, so dass wir aus der Dysbalance zu unseren eigenen Mitte zurückfinden können. Es ist ein Schwingen zwischen den beiden Seiten. Durch das Wechselspiel von Anspannung und Entspannung werden sowohl das sympathische Nervensystem, das für Aktivierung von Energie steht, als auch das parasympathische Nervensystem für die Regenerierung von Energie angesprochen. Und genau das hilft uns auch ein gesundes Stressmanagment herzustellen, ausgeglichener zu werden, Körper und Geist gesund zu halten.
In der Yogapraxis wird dies zum Beispiel durch das Nachspüren und Entspannen nach der Anspannung in anstrengenden Haltungen oder Sequenzen erreicht, sowie durch die Endentspannung (Savasana) nach dem aktiven Part der Praxis.

Yoga

Das Prinzip des Hatha im täglichen Leben integrieren

Wir lernen im Yoga für unser alltägliches Leben. Den Wechsel aus Anspannung und Entspannung sollten wir folglich nicht nur auf der Matte praktizieren, sondern auch wahrnehmen, dass im Leben immer beide Seiten wichtig sind, die Aktivität und die Ruhe. Es geht um die Balance. Man geht in die Aktivität und danach regeneriert man sich durch Entspannung wieder. Man geht nach innen, um nach außen gehen zu können. Akzeptiere diese Polarität und finde die Balance zwischen den Extremen.
Gesundheit existiert auf Dauer nur, wenn du sowohl der Aktivität als auch der Entspannung genügend Raum gibst. Frage dich also selbst, wo du viel im Außen, im Tun bist und wie du dies durch Entspannung ausgleichst? Was überwiegt? Gibst du dir genug Raum zur Regeneration? Und wenn nicht, wie kannst du für dich mehr Raum für den Tha-Aspekt finden? Ein Spaziergang oder Yoga können beispielsweise wertvolle Tools dafür sein.



Ich hoffe, dieser kleine Input hilft dir, die Balance zwischen den beiden wichtigen Polen der Anspannung und Entspannung zu finden.

Kommentare

Hallo liebe Kathrin, es ist ja bereits sehr gut, dass du dir darüber bewusst bist, dass du dir die Pausen oft nicht gönnst. Sobald du es in deinem Bewusstsein hast, kannst du auch besser darauf reagieren und dich aktiv entscheiden etwas zu verändern. Bleib also dran und gönne dir deine Ruhephasen. Diese geben dir die nötige Kraft deine Herausforderungen zu bewältigen. Liebe Grüße Susanne

Hallo Susanne,
es ist schön, mal zu erfahren, was hinter dem Begriff Hatha steht und wie das Zusammenspiel von Aktivität und Entspannung sein sollte. Ich vergesse das auch oft. Vor allem am Wochenende nehme ich mir vor, alles nachzuholen, was ich in der Woche nicht geschafft habe. Das ist dann meist so viel, dass ich es kaum schaffe und daher auf die Ruhe bzw. Pausen verzichte. Das "rächt" sich dann nachts, wenn ich nicht einschlafen bzw. nicht durchschlafen kann, weil ich noch zu "aufgedreht" bin.
Ich werde versuchen, deine verschiedenen Tipps, auch aus den vorherigen Blogbeiträgen in meinen Alltag zu integrieren. Ich stelle mir vor, eine Pause zu machen und dabei eine goldene Milch zu trinken oder eine Pause mit der Wechselatmung zu machen.
Ich freue mich schon auf den nächsten Mittwoch und deinem neuen Beitrag.
Viele Grüße
Kathrin

Vielen Dank!