Selbstfürsorge - Wie du dich um dich selbst kümmerst

Kennst du das so oder so ähnlich auch?

Du eilst von einer Aufgabe zur nächsten. Der Job ist fordernd, ein Meeting wird gefolgt von der nächsten Deadline. Auch privat ist viel zu tun. Der Haushalt will gemacht werden, vielleicht hast du Kinder, die ihre Aufmerksamkeit und Zeit einfordern. Der Nachbar hat dich auch um einen Gefallen gebeten. Ich könnte diese Liste vermutlich endlos fortsetzen.

Und so ist es doch meist im Leben, oder?

Die Liste mit Dingen, die zu erledigen sind, endet einfach nicht. Ist eine Sache erledigt, sind bereits fünf neue dazugekommen. Zeit sich um sich selbst zu kümmern bleibt da nicht. Der Tag ist einfach voll. Da scheinen einfach keine fünf Minuten vorhanden zu sein um sich selbst etwas Gutes zu tun.

Aber wo führt das hin?

Wenn du nur den Aufgaben hinterher jagst, eine Aktivität der nächsten folgt, bist du dauerhaft im Sympathikus unterwegs. Das ist der Teil unseres vegetativen Nervensystems, der für Aktivität und Anspannung zuständig ist. Doch darauf sind wir nicht ausgelegt. Jede Anstrengung, jede Aktivität benötigt im Anschluss eine Phase der Ruhe und Entspannung. Die Zeit in der der Parasympathikus übernimmt. Ganz einfach deswegen, damit dein Körper, dein Geist und deine Seele verdauen können, was in der Aktivitätsphase passiert ist. Damit sie regenerieren können und du deine eigenen Energiespeicher wieder aufladen kannst.
Mit einem leeren Tank kannst du doch auch nicht weiterfahren, oder? Du brauchst Treibstoff, Energie. Auch wenn der Motor heiß gelaufen ist, braucht das Auto eine Pause.

Warum also gönnen wir uns selbst diese Pause oft nicht?

Wir leben in einer sehr schnelllebigen Welt voller äußerer Reize. Im Ayurveda würde man sagen, wir sind zu stark von Pitta, dem Feuer und Ehrgeiz, sowie von Vata, dem Wirbeligen/Luftigen und Dynamischen geprägt. Alles läuft gefühlt rund um die Uhr auf Hochtouren. Immer schneller, höher, weiter. Dabei fehlt es uns ayurvedisch gesprochen an Kapha, der Erdung und Stabilität. Diese Ruhe des Kapha scheint in unserer Gesellschaft eher verpöhnt. „Wer rastet, der rostet.“ Pause wird teilweise mit mangelndem Ehrgeiz oder Faulheit gleichgesetzt. Man ist nur gut, wenn man viel arbeitet und gestresst ist. Stress, das scheint fast wie ein großer Trend in unserer Zeit. Wer nicht gestresst ist, gehört irgendwie nicht dazu, oder?
Außerdem wird Selbstfürsorge oft auch mit Egoismus gleichgesetzt wird. Ich muss mich um die anderen kümmern, für die Familie da sein, dem Kollegen einen Gefallen tun und so weiter. Warum? Vielleicht um Anerkennung und Liebe zu bekommen? Oft wurden wir so erzogen, dass wir uns geliebt fühlen, wenn wir gute Leistungen abliefern und uns um andere kümmern. Die Zuneigung wird an Bedingungen geknüpft.

Nun kommt das große Aber

Selbstfürsorge ist kein Egoismus, es ist alles andere als das. Zum einen, hast du das Recht dich um dich selbst zu kümmern. Du musst nicht immer für andere da sein und wahre Zuneigung darf auch nie an Bedingungen geknüpft sein. Und zum anderen, du kannst auf Dauer auch gar nicht immer nur leisten, wenn die Selbstfürsorge fehlt. Unser Körper ist sehr widerstandsfähig und hält viel aus. Daher macht er die dauernde Belastung oft sehr lange mit, gibt nur hier und da ein Zeichen, dass er gern mal eine Pause hätte: Kopfweh, Nackenschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Müdigkeit. Um nur einige Beschwerden zu nennen, über die dein Körper mit dir kommunizieren möchte.
Aber irgendwann kann dein Körper nicht mehr und brennt aus. Daher ist es wichtig ihm regelmäßig Pausen, Ruhe und Entspannung zu gönnen. Nur so kannst du auch langfristig deine Ziele erreichen und für andere da sein.

Selbstfürsorge - Sich um sich selbst sorgen

In dem Wort Selbstfürsorge ist eigentlich sehr schön verpackt, worum es bei diesem Prinzip geht. Sich um sich selbst zu sorgen, dafür zu sorgen, dass es dem eigenen Körper und Geist gut geht. Damit man sich in sich selbst wohlfühlt und aus seiner inneren Kraft heraus agieren kann. Aber was genau man bei der Selbstfürsorge tun soll, sagt einem dieses Wort nicht. Und das liegt ganz einfach daran, dass Selbstfürsorge für jeden ganz individuell ist. Jeder braucht etwas anderes, um sich zu regenerieren und seine Energiespeicher wieder aufzufüllen.

Fernsehen und Handy zur Selbstfürsorge?

Seien wir mal ganz ehrlich. Nach einem anstrengenden Tag, wenn wir uns so richtig ausgelaugt fühlen, dann geht es doch ganz schnell auf die Couch, der Fernseher wird angeschalten und schon kann der Serienmarathon beginnen. Dazu ein paar Chips und schon kommt Entspannung pur. Oder etwa nicht? Definitiv NEIN. Du denkst vielleicht, du entspannst dabei. Aber wenn der Fernseher läuft, ist dein ganzes System, deine Sinne schon wieder nach außen gerichtet. Die aufgenommenen Reize wollen verarbeitet werden und in dir drinnen wird weitergearbeitet. Naja, und die Chips…da hat dein Körper auch ganz schön dran zu kauen, um die zu verarbeiten. Aber das ist ein anderes Thema…
Also ein Serienmarathon oder durch Social Media scrollen ist keine Entspannung oder Selbstfürsorge.

Selbstfürsorge

Möglichkeiten für deine Selbstfürsorge

Ich möchte dir im Folgenden einige Impulse und Vorschläge machen, wie du dir selbst etwas Gutes tun kannst und deine Lebensenergie wieder erhöhst:

  • ein entspannendes Schaumbad
  • ein Spaziergang an der frischen Luft & in der Natur
  • einfach mal nichts tun, entspannt in der Sonne oder im Schatten liegen
  • natürlich darf die Yogapraxis in dieser Liste nicht fehlen
  • mit Meditation kannst du deine innere Ruhe und Achtsamkeit fördern
  • einen Besuch in der Sauna
  • eine entspannende (Selbst-)Massage
  • auch gesunde Ernährung ist ein wichtiger Bestandteil für deine Selbstfürsorge
  • einfach dasitzen und in aller Ruhe einen Tee trinken

Aber ich habe doch keine Zeit für die Selbstfürsorge

Ganz ehrlich: Ich kann mir vorstellen, dass dein Tag derzeit sehr vollgepackt ist und es dir nicht leicht fällt da Zeit für deine Selbstfürsorge freizuschaufeln. Aber ist es nicht auch so, dass die Lücken für unsere Selbstfürsorge nie da sind? Wir müssen sie uns immer bewusst einräumen. Also prüfe einmal, was vielleicht warten kann, wo du mal nicht 100 % gibst und dir ein bisschen Zeit für dich frei räumst. Selbst 5 Minuten können ein riesiger Gewinn sein.



Nun ist es an dir. Finde für dich die geeigneten Rituale für deine individuelle Selbstfürsorge. Oder kümmerst du dich bereits regelmäßig um dich? Was tut dir gut? Welche Tipps für die Selbstfürsorge möchtest du gern mit mir teilen? Lasse es mich gern in den Kommentaren wissen.

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