6 Punkte, die für deine Asanapraxis wichtig sind

Es gibt so viele Gründe mit dem Yoga zu beginnen, wie es Menschen gibt. Die einen möchten Stress abbauen und Entspannung finden, die anderen wollen Schmerzen lindern, Verspannungen lösen, beweglicher oder kräftiger werden. Viele finden über die körperliche Praxis, also die Ausführung der Asanas, den Weg zum Yoga.
In diesem Artikel möchte ich dir daher sechs wichtige Punkte an die Hand geben, die du beachten solltest, wenn du auf die Matte gehst um Asanas zu praktizieren.

1. Halte deine Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt

Sei dir darüber bewusst, was du machst, während du Asanas übst. Nimm wahr wie du atmest, wie du in die Asanas hineinkommst und auch, wie sich dein Körper in den Asanas anfühlt. Dies verringert auch die Gefahr sich beim Yoga zu verletzen, denn wenn du in deinen Körper hineinspürst, merkst du auch, was ihm gut tut und was nicht. Die Aufmerksamkeit im Hier und Jetzt, also bei deiner Yogapraxis zu halten, bedarf einiger Übung, denn unser Geist neigt dazu ständig umherzuwandern. Doch durch regelmäßiges Üben kannst du so deinen Geist immer mehr zur Ruhe bringen und die gewünschte Entspannung finden.

2. Achte auf deinen Atem

Der Atmung wird im Yoga eine sehr große Bedeutung beigemessen. Wenn nicht anders vom Yogalehrer gefordert, wird üblicherweise durch die Nase ein- und ausgeatmet. Versuche dir während dem Yoga deiner Atmung bewusst zu sein, diese ruhig, gleichmäßig und tief fließen zu lassen. Koordiniere deine Bewegungen, also die Übergänge zwischen zwei Asanas, mit deiner Atmung.
Wenn sich deine Atmung beschleunigt oder abgehackt ist, ist dass oft ein Zeichen dafür, dass du in der Asana nicht entspannt bist. Das macht sie zu einem idealen Gradmesser, um zu erkennen, wann etwas zu viel für uns ist. Du kannst deinen Atem gedanklich auch in bestimmte Körperregionen schicken, um dort gezielt mehr Entspannung zu finden.

3. Die Asana soll stabil und leicht sein

Dieser Hinweis stammt aus einem der großen Werke des Yoga, dem Yoga Sutra von Patanjali. Es ist wichtig in der Körperhaltung ein festes Fundament zu finden, über das man sich aufrichtet und die Weite im Körper findet. Je nach Haltung können dieses Fundament die Füße sein, also z.B. bei Standhaltungen, oder auch andere Körperteile, die in der jeweiligen Asana Kontakt zur Matte haben. Benutze in der Haltung die Muskulatur, die für die korrekte Ausführung nötig ist. Finde deine Stabilität und Festigkeit. Aber dabei ohne unnötige Anspannungen, so dass eine Leichtigkeit entsteht. Lasse zum Beispiel bewusst deinen Kiefer locker. Die Asana soll sich leicht und angenehm für dich anfühlen, dein Körper soll sich dabei wohlfühlen und dein Geist Entspannung finden.

Yoga

4. Nimm an, dass jeder Tag anders ist

An einem Tag fühlen wir uns fit und munter, doch am nächsten kann das schon wieder ganz anders aussehen. Unsere Tagesform ist oft sehr variabel. So können wir nicht jeden Tag die gleichen Erwartungen an uns und die Qualität unserer Yogapraxis haben. Definiere daher für dich jedes Mal neu, was in dem Moment die passende Anstrengung für dich ist und achte auch immer wieder auf die Rückmeldungen, die dein Körper dir gibt. Finde die Grenze zwischen zu viel und zu wenig. Erlaube dir, die Asanas dementsprechend anzupassen und vielleicht auch mal weniger zu machen, als du an anderen Tagen machst.

5. Yoga ist kein Wettbewerb

Im Yoga geht es nicht um den Vergleich mit anderen, nicht darum, wie weit oder tief man in eine Haltung kommt. Es geht vielmehr darum, wie man die Haltung einnimmt, nämlich dabei die oben genannte Festigkeit und Leichtigkeit zu entwickeln und im Moment gegenwärtig zu sein. Und es geht darum, sich selbst wieder spüren zu lernen, in sich hineinzuhören, statt nach außen zu schauen. Auf körperlicher Ebene heißt das als Gradmesser für die Belastung die Signale, die dein Atem dir schickt, Zittern oder Schmerzen wahrzunehmen und darauf entsprechend zu reagieren, in dem du die Haltung verlässt oder in der Belastung zurückgehst.

6. Vergiss die Entspannung nicht

Die Entspannung ist im Yoga ein wichtiger Aspekt und sollte nicht vergessen werden. Finde die Entspannung in den Asanas. Dabei soll die körperliche Ausrichtung der Asana gehalten werden und die entsprechende Muskulatur genutzt werden. Es geht vielmehr darum, auf geistiger Ebene in der Haltung Entspannung zu finden, damit also wieder die Leichtigkeit in der Haltung einzunehmen.
Gib dir auch zwischen den Asanas immer wieder die Möglichkeit für kurze Entspannungsphasen und zum Nachspüren, vor allem, wenn dein Körper danach verlangt. Sehr schöne Entspannungshaltungen sind die Kindhaltung oder das Päckchen.
Und ganz wichtig: schließe deine Yogapraxis mit einer Endentspannung ab, diese gehört genauso dazu und hilft dir, die neu gewonnene Energie im ganzen Körper zu verteilen, Körper und Geist herunterzufahren und zu erfrischen.



Yoga ermöglicht es uns körperliche, mentale und geistige Spannungen über die physische Ebene zu vermindern oder aufzulösen. Die Praxis auf der Matte kann man auch auf seinen Alltag übertragen um hier einen besseren Umgang mit den Anforderungen des Lebens zu finden, das richtige Maß zwischen Anstrengung und Leichtigkeit.

Ich wünsche dir viel Spaß auf der Matte. Wenn du Fragen hast, schreibe mir gern in den Kommentaren.

Kommentare

Hallo lieber Bernd, das kann ich durchaus verstehen, dass es dir nicht immer leicht fällt Leichtigkeit zu finden und die Konzentration auf den Atem zu richten. Das geht jedem Mal so und es ist auch jeder Tag anders. An einem Tag fällt es leicht, am nächsten kreisen die Gedanken ununterbrochen... Wichtig ist es dranzubleiben. Aber das machst du ja. :) Liebe Grüße Susanne

Hallo Susanne,

wieder ein sehr schöner Artikel von dir. Ich mache nun auch schon seit einigen Jahren Yoga. Das hilft mir sehr und ich mache es mit Freude. Das Loslassen der Gedanken, das Fokussieren auf den Atem und auch das Finden von Leichtigkeit in den Asanas ist aber leider nicht immer so leicht. Hier bleibe ich aber dran und übe fleißig.
Vielen Dank für deine tollen Blog-Artikel. Ich lese sie immer wieder gerne!

Liebe Grüße
Bernd

Vielen Dank!